Ihr Konto wurde übernommen – was jetzt passiert
Worum es geht
Ein übernommenes Postfach ist der Fall, bei dem jede Stunde zählt. Wer Zugriff auf Ihr Konto hat, liest mit, schreibt in Ihrem Namen an Ihre Kunden und richtet in aller Regel eine unauffällige Weiterleitung ein, die auch nach einer Kennwortänderung weiterläuft.
Diese Seite beschreibt die Anzeichen, den ersten Handgriff und den Ablauf danach – damit Sie im Ernstfall nicht überlegen müssen, sondern handeln können.
Das steckt meistens dahinter
- Kolleginnen oder Kunden bekommen Mails von Ihnen, die Sie nicht geschrieben haben.
- In den gesendeten Elementen stehen Nachrichten, die Sie nicht kennen – oder auffällig wenige, weil jemand aufräumt.
- Sie bekommen Bestätigungsanfragen auf das Handy, ohne sich angemeldet zu haben.
- Antworten auf Mails, die Sie nie geschrieben haben, oder Unzustellbarkeitsberichte für unbekannte Empfänger.
- Regeln im Postfach, die Sie nicht angelegt haben – oft benannt mit einem Punkt oder einem einzelnen Buchstaben.
- Ein Anmeldeversuch aus einem Land, in dem Sie nicht waren.
Schritt für Schritt
1. Sofort: melden
Rufen Sie uns an. Bei diesem einen Thema ist der Anruf der richtige Weg, nicht die Mail – wenn das Konto übernommen ist, liest der Angreifer Ihre Mail unter Umständen mit.
- Ändern Sie das Kennwort, wenn Sie noch Zugriff haben – aber melden Sie sich trotzdem, die Kennwortänderung allein reicht nicht.
- Arbeiten Sie am Gerät nicht weiter, solange nicht geklärt ist, ob auch das Gerät betroffen ist.
- Warnen Sie die Personen, mit denen Sie zuletzt geschrieben haben, über einen anderen Kanal – Telefon oder persönlich.
2. Was wir dann tun
Damit Sie wissen, was auf Sie zukommt:
- Alle aktiven Anmeldungen beenden, sodass der Zugriff sofort endet – auch auf Geräten des Angreifers.
- Kennwort zurücksetzen und die Bestätigung am Handy neu einrichten.
- Das Postfach auf Weiterleitungen und Regeln prüfen und entfernen, was nicht von Ihnen stammt. Dieser Schritt wird am häufigsten vergessen und ist der Grund, warum Angriffe wiederkommen.
- Die Anmeldeprotokolle durchsehen: von wo, wann, mit welchem Gerät.
- Prüfen, ob von Ihrem Konto aus Mails verschickt wurden und an wen.
3. Was Sie danach tun sollten
- Kennwörter aller Dienste ändern, bei denen dasselbe oder ein ähnliches Kennwort im Einsatz war – besonders solche, die an dieselbe Mailadresse gebunden sind.
- Ihre Kontakte informieren, wenn in Ihrem Namen geschrieben wurde. Ein kurzer sachlicher Hinweis verhindert Folgeschäden.
- Rechnungen und Zahlungsaufforderungen der letzten Wochen prüfen, insbesondere geänderte Bankverbindungen. Das ist das übliche Ziel solcher Angriffe.
- Wenn Kundendaten betroffen sein könnten, informieren Sie Ihre Geschäftsführung. Es können Meldepflichten bestehen, und dafür zählen Fristen ab Kenntnis.
So beugen Sie vor
- Zweiter Faktor auf allen Konten. Er verhindert den überwiegenden Teil dieser Fälle, selbst wenn das Kennwort bekannt ist.
- Keine Kennworteingabe auf Seiten, die Sie über einen Link erreicht haben. Rufen Sie den Dienst über ein eigenes Lesezeichen auf.
- Prüfen Sie einmal im Quartal Ihre Postfachregeln und Weiterleitungen – in Outlook unter Datei → Regeln und Benachrichtigungen verwalten.
- Melden Sie jede unerwartete Bestätigungsanfrage sofort. Sie ist oft das einzige Anzeichen, bevor etwas passiert.
Wenn nichts davon hilft: Ticket per E-Mail
Dann übernehmen wir. Schreiben Sie einfach eine E-Mail an support@acronum.com – daraus wird automatisch ein Ticket, und Sie bekommen eine Eingangsbestätigung. Ein Anruf ist dafür nicht nötig, und Sie müssen auch kein Formular ausfüllen.
Je mehr von den folgenden Punkten in der Mail steht, desto seltener müssen wir nachfragen – und desto schneller ist die Sache erledigt:
- Beim Verdacht auf eine Kontoübernahme: bitte zuerst anrufen. Eine Mail kann mitgelesen werden.
- Wann Ihnen etwas aufgefallen ist und was genau.
- Ob Sie zuletzt auf einen Link geklickt oder irgendwo Zugangsdaten eingegeben haben – ohne Beschönigung; diese Auskunft entscheidet über das weitere Vorgehen.
- An welche Kontakte in den letzten Tagen Mails gegangen sind, die Sie nicht geschrieben haben.
- Ihren Namen und Ihren Standort sowie – wenn Sie ihn zur Hand haben – den Gerätenamen. Sie finden ihn unter Einstellungen → System → Info im Feld „Gerätename“ (die Einstellungen öffnen Sie mit Windows-Taste + I).
- Seit wann das Problem auftritt und ob es vorher funktioniert hat. „Seit dem Update am Montag“ ist eine wertvollere Information, als es klingt.
- Ob es nur Sie betrifft oder auch Kolleginnen und Kollegen.
- Welche der obigen Schritte Sie bereits probiert haben – auch die, die nichts gebracht haben. Das erspart uns, dieselben Dinge noch einmal durchzugehen.
- Einen Screenshot der Fehlermeldung, falls es eine gibt: Windows-Taste + Umschalt + S, den Bereich mit der Maus aufziehen, dann in der E-Mail Strg + V drücken.
- Wie dringend es ist: Blockiert es Ihre Arbeit vollständig, oder kommen Sie vorerst weiter?
Ein guter Betreff nennt in einer Zeile, was nicht geht und wo. Zum Beispiel: DRINGEND Verdacht Kontoübernahme – Mails in meinem Namen versendet, bitte Rückruf
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