Kennwörter, die halten – und wozu ein Passwortmanager gut ist
Worum es geht
Die Regeln von früher – acht Zeichen, ein Sonderzeichen, alle drei Monate wechseln – haben ein Ergebnis gebracht, das niemand wollte: Sommer2025! und dieselbe Variante bei zwanzig Diensten. Angreifer probieren heute keine Zeichenkombinationen mehr durch, sondern verwenden Kennwörter, die aus fremden Datenlecks stammen.
Deshalb hat sich die Empfehlung verschoben. Entscheidend ist nicht mehr, wie kompliziert ein Kennwort aussieht, sondern wie lang es ist und ob es nur ein einziges Mal verwendet wird.
Schritt für Schritt
1. Was ein gutes Kennwort ausmacht
- Länge vor Komplexität: Vier zufällige Wörter sind sicherer und leichter zu merken als acht verdrehte Zeichen.
- Einmalig: für jeden Dienst ein eigenes. Das ist die wichtigste Regel überhaupt.
- Kein Bezug zu Ihnen: keine Namen von Kindern, Haustieren, Vereinen, keine Geburtsjahre. All das steht in sozialen Netzwerken.
- Kein Hochzählen: Aus Frühling1 wird Frühling2, das kennt jedes Angriffswerkzeug.
- Nirgends aufgeschrieben, wo andere es finden – Zettel unter der Tastatur, Datei mit dem Namen Passwörter, Notizen im Handy ohne Sperre.
2. Der Passwortmanager
Ein Passwortmanager ist ein verschlüsselter Tresor für Zugangsdaten. Sie merken sich ein einziges gutes Kennwort, alles andere merkt das Programm – und trägt es beim Anmelden gleich ein.
- Er erzeugt lange, zufällige Kennwörter, die Sie sich nicht merken müssen.
- Er füllt sie nur auf der richtigen Seite aus. Das ist nebenbei ein wirksamer Schutz gegen Phishing: Auf einer nachgebauten Seite bietet er nichts an – ein deutliches Warnsignal.
- Er lässt sich im Team verwenden, sodass gemeinsame Zugänge geordnet abgelegt sind statt in einer Tabelle.
- Fragen Sie uns, welche Lösung bei Ihnen im Einsatz ist oder eingesetzt werden soll. Die Einrichtung dauert eine halbe Stunde und ist einmalig.
3. Das Kennwort im Browser speichern
- Für private Zugänge vertretbar, für Firmenzugänge nicht die erste Wahl: Wer Zugriff auf Ihr angemeldetes Windows-Profil hat, hat Zugriff auf alles Gespeicherte.
- Verwenden Sie in keinem Fall dasselbe Kennwort für einen privaten und einen beruflichen Dienst.
- Melden Sie sich in Browsern auf privaten Geräten nicht mit dem Firmenkonto an – die gespeicherten Daten wandern sonst mit.
4. Der zweite Faktor
Ein zweiter Faktor – die Bestätigung am Handy – ist wirksamer als jedes noch so komplizierte Kennwort. Selbst ein gestohlenes Kennwort nützt einem Angreifer dann wenig.
- Aktivieren Sie ihn überall, wo er angeboten wird, auch bei privaten Diensten wie dem Mailkonto und dem Onlinebanking.
- Bestätigen Sie niemals eine Anfrage, die Sie nicht selbst ausgelöst haben – siehe die eigene Seite dazu in diesem Bereich.
- Wenn Sie das Handy wechseln, richten Sie die Bestätigung rechtzeitig neu ein, bevor Sie das alte Gerät abgeben.
So beugen Sie vor
- Wechseln Sie Kennwörter nicht nach Kalender, sondern nach Anlass: bei Verdacht, nach einem bekannten Datenleck, wenn ein Zugang geteilt wurde.
- Prüfen Sie gelegentlich auf haveibeenpwned.com, ob Ihre Mailadresse in einem bekannten Datenleck auftaucht. Die Seite ist seriös und verlangt kein Kennwort.
- Beginnen Sie beim Wichtigsten: Firmenkonto, privates Mailkonto, Onlinebanking. Das private Mailkonto ist der Generalschlüssel für alles, was per Kennwortzurücksetzung wiederherstellbar ist.
Wenn nichts davon hilft: Ticket per E-Mail
Dann übernehmen wir. Schreiben Sie einfach eine E-Mail an support@acronum.com – daraus wird automatisch ein Ticket, und Sie bekommen eine Eingangsbestätigung. Ein Anruf ist dafür nicht nötig, und Sie müssen auch kein Formular ausfüllen.
Je mehr von den folgenden Punkten in der Mail steht, desto seltener müssen wir nachfragen – und desto schneller ist die Sache erledigt:
- Ob es um einen Firmenzugang oder einen Zugang zu einem Portal eines Dritten geht.
- Ob Sie einen Passwortmanager wünschen und ob für Sie allein oder für ein Team.
- Bei Verdacht auf ein kompromittiertes Kennwort: den betroffenen Dienst nennen, aber nie das Kennwort selbst schreiben.
- Ihren Namen und Ihren Standort sowie – wenn Sie ihn zur Hand haben – den Gerätenamen. Sie finden ihn unter Einstellungen → System → Info im Feld „Gerätename“ (die Einstellungen öffnen Sie mit Windows-Taste + I).
- Seit wann das Problem auftritt und ob es vorher funktioniert hat. „Seit dem Update am Montag“ ist eine wertvollere Information, als es klingt.
- Ob es nur Sie betrifft oder auch Kolleginnen und Kollegen.
- Welche der obigen Schritte Sie bereits probiert haben – auch die, die nichts gebracht haben. Das erspart uns, dieselben Dinge noch einmal durchzugehen.
- Einen Screenshot der Fehlermeldung, falls es eine gibt: Windows-Taste + Umschalt + S, den Bereich mit der Maus aufziehen, dann in der E-Mail Strg + V drücken.
- Wie dringend es ist: Blockiert es Ihre Arbeit vollständig, oder kommen Sie vorerst weiter?
Ein guter Betreff nennt in einer Zeile, was nicht geht und wo. Zum Beispiel: Passwortmanager für die Buchhaltung – 4 Personen, gemeinsame Portalzugänge
No comments to display
No comments to display